Imperium contra Nationalstaat


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Als realitätsfern, gar als verrückt haben Beobachter Wladimir Putin nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bezeichnet. Doch die Wirklichkeit ist schlimmer, denn Russlands Präsident ist sich wohl bewusst, was er tut. Diese Einschätzung trifft mit Jörg Baberowski einer der renommiertesten Osteuropa-Historiker.

Putin hat sehr früh die Absicht verfolgt, Russland wieder stark und groß zu machen.

Es gab einen großen und einschneidenden Moment: Die Luftangriffe der Nato auf Belgrad.

Wir denken in nationalstaatlichen, Putin in imperialen Kategorien. Für ihn ist die Ukraine Teil des russischen Imperiums. Der russische Staat versteht Menschen als sein Eigentum, als Verfügungsmasse, die er nach Belieben für seine Ziele einsetzen kann.

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Das Gleichgewicht des Schreckens


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Tomas Spahn schreibt am 30. März in tichyseinblick:Wer glaubte, die Menschheit sei in den vergangenen 3.000 Jahren in irgendeiner Weise „zivilisiert“ geworden, sieht sich getäuscht.

Der Mensch funktioniert leider nicht nach dem Prinzip des Füreinanders, sondern des Schreckens. Gebrochen mit diesem System hat Jesus in der radikalen Forderung der Feindesliebe. Solange der andere das Wohlwollen ausnutzt, muss man sich abgrenzen. Ist das nicht möglich, entsteht Leid.

Wenn man Menschen nicht für das gegenseitige Wohlwollen gewinnen kann, sind wir im Modus der Sanktionen und Abschreckung. Das gilt in persönlichen und in gesellschaftlichen Beziehungen.

Was uns Afghanistan gelehrt hat: Nicht nur die Waffenstärke zählt, sondern der Wille. Ebenso kann man in einer Volksgruppe nicht ein Sozialsysteminstallieren, dass ihrer Traditionwiderspricht.

Auf dieser Welt ist nur jeder achte Staat wirklich demokratisch. Demokratie setzt voraus, dass alle Menschen

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Wiedergeburt einer Ideologie


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2012 folgte Putin in einer Rede den Gedanken Iwan Iljins und kündigte an: „Eurasien“ werde die Europäische Union „überwinden“ und deren Mitglieder in ein größeres Gebilde integrieren, das „von Lissabon bis Wladiwostok“ reiche.

Der russische Philosoph Iwan Iljin (1883–1954) glaubt nie an das Gute im Menschen. Der Individualismus ist für ihn satanisch. Russlands Aufgabe sieht er in einer göttlichen Totalität, sein historischer Auftrag wäre es demnach, die verpfuschte Schöpfungsgeschichte zu retten. Im Faschismus erkennt er „ein rettendes Übermaß an patriotischer Willkür“. Die Rede ist von einem antidemokratischen Staat, einer „erzieherischen und wiedergebärenden Diktatur„.

Im Essay „Was der Welt die Zerstückelung Russlands verspricht“ behauptet Iljin, der imperialistische Westen werde das falsche Versprechen von Freiheit nutzen, um Russland Länder wegzunehmen: das Baltikum, den Kaukasus, Zentralasien und vor allem „die ›Ukraine‹„. Der Westen wolle eine Balkanisierung Russlands, um das Reich zu…

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